Was ich heute mit 16 machen würde.
Drei Fähigkeiten für eine Welt, in der Arbeit zum Privileg wird. Mit einer Startanleitung für Jugendliche und einem AG-Konzept für Schulen.

Mit 15 habe ich angefangen zu arbeiten. Heute würde ich es anders angehen.
Wäre ich heute 16, würde ich in drei Fähigkeiten investieren: mich mit Themen und Menschen auseinandersetzen, Lösungen finden und bauen, und ein Netzwerk aus Menschen aufbauen, die mich kennen und mir vertrauen.
Geld ist in diesem Alter ein Nebenprodukt. Was zählt, ist die Entwicklung als junger Mensch in der Welt, die wir haben, und in der, die wir bekommen.
Eine KI liefert Antworten in Sekunden. Wer Fragen stellt, widerspricht, einen Standpunkt begründet und einen Konflikt austrägt, bleibt der Mensch im Raum, auf den es ankommt. Und wenn Maschinen immer mehr Arbeit übernehmen, entstehen Zugehörigkeit und Anerkennung dort, wo andere einen brauchen.

Wissen liefert die Maschine. Gebraucht wird, wer ein Problem löst.
der Unternehmen ab 20 Beschäftigten setzen KI ein. 59 % schöpfen ihr Potenzial nach eigener Einschätzung noch gar nicht aus.
Bitkom, 14.09.2026Arbeitskräfte fehlen bis 2036, weil jährlich etwa 1,3 Mio. in Rente gehen und nur etwa 0,8 Mio. nachrücken.
IW Köln, 15.06.2026der Unternehmen bringen mehr als ein Viertel ihrer KI-Prototypen in den Betrieb. Es fehlen Menschen, die Technik und Alltag zusammenbringen.
Lünendonk via Computerwoche, 01.10.2025Sie verstärken sich gegenseitig.
Je stärker ein junger Mensch in allen dreien wird, desto eher darf er später führen, statt nur mitzulaufen.
Auseinandersetzen
Sich in ein Thema hineinarbeiten, bis man es wirklich versteht, und mit Menschen ringen, ohne die Beziehung zu verlieren. Ob eine Antwort der KI stimmt und ob die Beteiligten sie mittragen, entscheidet ein Mensch.
Lösungen finden und bauen
Software durch präzises Beschreiben in natürlicher Sprache bauen. Wer selbst baut, entwickelt ein Gefühl dafür, was leicht ist, was schwer und wo Versprechen enden.
Menschen und Netzwerk
Der Beste zu sein bringt wenig, wenn einen niemand kennt. Chancen kommen über Menschen: über den Inhaber, dem man ein Problem gelöst hat, und über den Mentor, der eine Tür öffnet.
In zwölf Wochen zum ersten gelösten Problem.
Ein Laptop, zwei bis drei Stunden pro Woche und ein echtes Problem, im Verein, in der Familie, im Nebenjob oder im Betrieb der Eltern. Unter 18 mit Zustimmung der Eltern zu den Werkzeugen.
- Woche 1 bis 2Ein echtes Problem finden: Wo nervt etwas jede Woche, wo wird abgeschrieben, nachgefragt, vergessen?
- Woche 3 bis 5Zuschauen, jeden Handgriff mit Dauer aufschreiben und die Ausgangszahl messen.
- Woche 6Einen Steckbrief schreiben und von den Betroffenen gegenlesen lassen.
- Woche 7 bis 9In kleinen Schritten bauen, mit erfundenen Beispieldaten. Echte Namen gehören nicht in ein privates KI-Konto.
- Woche 10 bis 11Eine Woche Probelauf im Alltag, dann nachmessen. Das Ergebnis schriftlich festhalten.
- Woche 12Übergeben, dokumentieren und die Nutzer um zwei Sätze als Referenz bitten.
Im Whitepaper stehen die Vorlage für den Steckbrief, acht Beispiele für erste Probleme und eine Übersicht, welche KI-Werkzeuge ab welchem Alter zulässig sind.
KI-Werkstatt für die Oberstufe.
Eine einjährige AG, in der Teams aus zwei bis drei Schülern ein echtes Problem lösen, das Ergebnis messen und die Lösung übergeben. Partner kann ein Betrieb sein, ein Verein, die Feuerwehr oder die Schule selbst.
- Zielgruppe
- E-Phase und Q1, 8 bis 16 Teilnehmer
- Umfang
- 90 Minuten pro Woche, dazu zwei bis vier Termine beim Partner pro Halbjahr
- Ablauf
- Grundlagen, Feldarbeit, Bauen und Testen, Übergabe; jede Phase endet mit einem Prüfpunkt
- Werkzeuge
- AIS.chat für alle; mit Einwilligung der Eltern ChatGPT oder Replit; ab 18 freie Wahl
- Abschluss
- Portfolio und Abschlusspräsentation vor den Partnern
- Anrechnung
- optional als besondere Lernleistung im fünften Prüfungsfach (OAVO §§ 22, 37) oder als IW JUNIOR Schülerfirma
Ich begleite Schulen in der Region Main-Kinzig, Fulda und Rhein-Main beim Aufbau der KI-Werkstatt, stelle Kontakte zu Betrieben und Vereinen her und arbeite als externer Mentor in der AG mit.
Tim HäußermannPartner einer KI-Werkstatt werden.
Jede AG braucht zwei bis drei Partner aus der Region, die einen echten Ablauf zeigen und eine Ansprechperson benennen, etwa zwei Stunden im Monat. Der Betrieb bekommt ein Werkzeug für einen Vorgang, der heute von Hand läuft, und lernt Schüler kennen, bevor andere sie kennen. Der Mittelstand sucht Nachwuchs, Vereine suchen Entlastung.
Das ganze Heft.
Ausgangslage mit Quellen, die drei Fähigkeiten, die Zwölf-Wochen-Anleitung mit Steckbrief-Vorlage, Recht und Rahmen für Minderjährige, das AG-Konzept mit Rollen und Takt, typische Fehler und die nächsten Schritte für Schulen.
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